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Themen der ersten Lebensjahre

  • Durch Stillen gesund ins Leben

Darmbarrierefunktion, was sollte ich als Mutter bzw. als Vater wissen?

Die Darmbarrierefunktion wird in Zeitschriften, Fernsehbeiträgen und von medizinischem Personal auch als Leaky Gut, intestinale Permeabilität oder Darmpermeabilität bezeichnet. Meist wird dort auch auf die möglichen gesundheitlichen Folgen wie Allergien, chronisch entzündliche Darmerkrankungen und Silent Inflammation hingewiesen. Hier erfährst Du, was die Darmbarriere im Kindesalter beeinflusst und wie Du diese unterstützen kannst.

 

Was versteht man eigentlich unter Darmbarrierefunktion?

Als Darmbarriere werden die Körperstrukturen bezeichnet, die den Blutkreislauf und unser Gewebe vom Darminneren abgrenzen.1 Diese Körperstrukturen haben eine wichtige Aufgabe: Sie sollen Nährstoffe, die wir zum Leben und zum Wachstum benötigen, aufnehmen, andererseits Krankheitserreger, Giftstoffe und allergieauslösende Stoffe draußen bzw. im Darm halten. Der Begriff „Leaky Gut“ fällt bei der Beschreibung der Darmbarrierefunktion häufig. Er beschreibt aber eigentlich gar nicht die Darmbarrierefunktion. Übersetzt bedeutet er „undichter Darm“ und beschreibt das Krankheitsbild einer gestörten Darmbarriere. Die Darmbarriere ist unmittelbar nach der Geburt noch nicht ausgereift und entwickelt sich nach der Geburt relativ schnell, um den Darm auf die komplexen Lebensmittel nach dem Stillen vorzubereiten.2

 

Was beeinflusst die Darmbarrierefunktion bei Kindern?

Die Darmbarrierefunktion wird bei Säuglingen vor allem durch das Geburtsalter und die Art der Ernährung beeinflusst. Bei frühgeborenen Kindern ist das Verdauungssystem noch nicht so gut ausgereift, deshalb ist hier die Durchlässigkeit des Darms höher.3 Im Laufe der ersten 15 Lebenstage verbessert sich die Barrierefunktion drastisch und gleicht sich der von termingeborenen Kindern an.3

Nach der Geburt wirkt sich die Ernährung auf die Darmbarrierefunktion aus. Gestillte Säuglinge zeigen eine deutlich bessere Darmbarrierefunktion als nicht gestillte Säuglinge.4 Auch bei nur teilweise gestillten Kindern hat man eine schlechtere Darmbarrierefunktion als bei voll gestillten Kindern messen können 3, 5. Gestillte Säuglinge sind somit besser auf die Einführung der Beikost vorbereitet.

 

Warum verbessert Stillen die Darmbarrierefunktion?

Es sind viele Nährstoffe der Muttermilch bekannt, die sich positiv auf die Darmbarrierefunktion auswirken. Ein entscheidender Nährstoff scheinen humane Milcholigosaccharide (HMOs) zu sein, denn diese fehlen in gewöhnlichen Säuglingsnahrungen.6 Natürlicherweise werden sie in großen Mengen über die Muttermilch aufgenommen und dienen speziell gesundheitsförderlichen Bakterien wie Bifidobakterien, Lactobazillen und Bacteroides Bakterien als Nahrung. Diese Bakterien produzieren beim Abbau der HMOs kurzkettige Fettsäuren, speziell Butyrat und Acetat.4 Solche Fettsäuren dienen den Darmzellen als Energiequelle und mildern entzündliche Prozesse ab.1 Durch diese Eigenschaften können sich die Darmzellen besser entwickeln und nehmen weniger Schaden durch Entzündungen. Dies führt zu einer besseren Darmbarriere. Diese Erkenntnisse konnten nun erstmals bestätigt werden. Forscher haben den Einfluss von HMOs auf die Produktion von kurzkettigen Fettsäuren und die Entzündungsmediatoren untersucht. Auch hier zeigte sich ein Anstieg von kurzkettigen Fettsäuren und ein Rückgang der Entzündungsschwere.7 Solche Ergebnisse lassen hoffen, dass in Zukunft noch mehr Wert auf das Stillen gelegt wird und auch Hersteller von Säuglingsnahrung möglichst schnell HMOs in die Säuglingsnahrung integrieren.

Wir bieten Dir nun erstmals die Möglichkeit, nicht gestillte Kinder oder Kinder nach dem Abstillen mit dem Besten der Muttermilch zu versorgen.

Von Jan Engelskirchen, Staatl. anerk. Diätassistent und B. of Sc. Diätetik

Für Fragen stehen wir Dir gerne zur Verfügung: scientific-communication@jennewein-biotech.de

  1. Bischoff SC et al. Intestinal permeability – a new target for disease prevention and therapy. BMC Gastroenterol 2014; 14: 189-215
  2.  Kosek MN et al. Age and Sex Normalization of Intestinal Permeability Measures for the Improved Assessment of Enteropathy in Infancy and Early Childhood: Results From the MAL-ED Study. J Pediatr Gastroenterol Nutr. 2017; 65: 31-39
  3. Bushra S et al. Intestinal Barrier Maturation in Very Low Birthweight Infants: Relationship to Feeding and Antibiotic Exposure. J Pediatr. 2017; 183: 31-36
  4. Bridgman SL et al. Fecal Short-Chain Fatty Acid Variations by Breastfeeding Status in Infants at 4 Months: Differences in Relative versus Absolute Concentrations. Front Nutr. 2017; 4: 11
  5. Tylor SN et al. Intestinal Permeability in Preterm Infants by Feeding Type: Mother's Milk Versus Formula. Breastfeed Med. 2009; 4: 11-15
  6. Vandenplas Y et al. Oligosaccharides in infant formula: more evidence to validate the role of prebiotics. Br J Nutr. 2015; 113: 1339-1344
  7. Grabinger T et al. Alleviation of Intestinal Inflammation by Oral Supplementation With 2-Fucosyllactose in Mice. Front Microbiol. 2019; 10: 1385

 

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