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  • Säuglingsernährung

Säuglingsnahrung mit HMOs zeigt deutliche Vorteile gegenüber Standardnahrung

Stillen ist das Beste für die Gesundheit Deines Kindes. Säuglingsnahrungen sind zwar heutzutage gut, aber ihnen fehlen noch immer viele wertvolle Nährstoffe. Eine Gruppe davon sind humane Milcholigosaccharide (HMOs). Jetzt wurde erstmals untersucht, wie sehr HMOs die Gesundheit von nicht gestillten Säuglingen verbessern.

Was wurde untersucht?

Um den Effekt von HMOs auf die Entwicklung und die Gesundheit von Säuglingen zu untersuchen, haben Forscher in Belgien und in Italien gesunde, nicht gestillte und neugeborene Kinder in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe wurde mit einer kommerziell erhältlichen Säuglingsnahrung gefüttert. Die zweite Gruppe bekam die gleiche Nahrung, plus der beiden HMOs 2‘-Fucosyllactose (2‘-FL) und Lacto-N-neotetraose (LNnT). Besonders im Fokus lagen bei den Forschern die Sicherheit und Toleranz/Verträglichkeit der Säuglingsnahrung mit HMOs als auch mögliche gesundheitliche Vorteile wie z.B. Krankheitshäufigkeiten oder Medikamentenbedarf.1

Was wurde herausgefunden?

Nach sechs monatiger Untersuchung konnte geschlussfolgert werden, dass beide Studiengruppen gleich viel Säuglingsnahrung gegessen haben und sich auch beim Wachstum nicht voneinander unterschieden. Außerdem wurde die Säuglingsnahrung mit den HMOs sehr gut vertragen.1

Neben der hervorragenden Verträglichkeit der Test-Nahrung konnte in der HMO-Gruppe festgestellt werden, dass die Säuglinge in dieser Gruppe in den ersten sechs Monaten deutlich seltener an Infektionen des oberen Atemwegs erkrankten. Erstaunlicherweise war dieser Effekt auch nach dem Absetzen der Säuglingsnahrung nach 12 Monaten zu sehen. Passend dazu benötigten die Säuglinge in der HMO-Gruppe im sechsten und zwölften Lebensmonat seltener Antibiotika, auch der Bedarf an fiebersenkenden Medikamenten war reduziert.1

Speziell Kinder, die per Kaiserschnitt zur Welt gekommen sind, profitierten besonders von der Nahrung mit HMOs. Hier haben die Eltern der HMO-Gruppe deutlich seltener Koliken gemeldet und ein besseres Durchschlafen im Vergleich zur Kontrollgruppe festgehalten.1

Was wurde in ähnlichen Studien festgestellt?

In einer weiteren Studie wurde der Frage, ob HMOs die Immunantwort beeinflussen, auf den Grund gegangen. Auch hier wurde eine Standardnahrung mit HMOs gegen die Gleiche ohne HMOs verglichen, zusätzlich wurden auch gestillte Kinder als Vergleich genommen. Bei Blutuntersuchungen konnten die Wissenschaftler bei gestillten Kindern und bei Kindern mit HMO-Nahrung HMOs im Blut feststellen. Das heißt, ein Teil der konsumierten HMOs werden vom Darm aufgenommen und gelangen dadurch in die Blutbahn. Kinder, die mit der Standardbabynahrung ernährt wurden, hatten im Vergleich zu gestillten Kindern und Kindern mit HMO-Nahrung deutlich mehr Entzündungsmarker im Blut. Im Gegensatz dazu war die Anzahl an regulatorischen Immunzellen bei nicht gestillten Kindern ohne HMOs deutlich niedriger als bei Gestillten. Zwischen Kindern mit HMO-Nahrung und gestillten Kindern gab es keinen Unterschied. Regulatorische Immunzellen sind wichtig, um das Immunsystem im Gleichgewicht zu halten. Ein Ungleichgewicht dagegen kann sich in Allergien und autoimmunen Erkrankungen äußern.2

Zusammenfassed lässt sich sagen, dass in der Muttermilch enthaltene HMOs auch in Säuglingsnahrungen sicher sind und die gleichen positiven Effekte auslösen.

 

Von Jan Engelskirchen, Staatl. anerk. Diätassistent und B. of Sc. Diätetik

Für Fragen stehen wir Dir gerne zur Verfügung: scientific-communication@jennewein-biotech.de

  1.   Puccio G et al. Effects of Infant Formula with Human Milk Oligosaccharides on Growth and Morbidity: A Randomized Multicenter Trail. JPGN 2017; 64: 624-31
  2. Goehring KC et al. Similar to Those Who Are Breastfed, Infants Fed a Formula Containing 2'-Fucosyllactose Have Lower Inflammatory Cytokines in a Randomized Controlled Trial. J Nutr 2016; 146: 2559-2566

 

 

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